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Everton 2:0 Palace: Moyes gewinnt, Sage patzt im Debüt

Fut Simulator Pro··7 Min. Lesezeit

Everton hat Crystal Palace im Hill Dickinson Stadium vor 51.820 Zuschauern mit 2:0 geschlagen. Kiernan Dewsbury-Hall traf in der 42., Barry per Kopf in der 53. Minute. Es ist Evertons erster Sieg an einem ersten Spieltag seit fünf Jahren und zugleich der bittere Einstand von Pierre Sage bei Palace.

Das Ergebnis täuscht. Palace gewann das Duell der erwarteten Tore mit 2,04 zu 1,16, setzte zwei Bälle an denselben Pfosten und scheiterte in der 17. Minute an einer Weltklasseparade von Jordan Pickford gegen Eddie Nketiah. Die Londoner verließen Liverpool mit null Punkten und einem deutlich besseren Auftritt, als es das Resultat vermuten lässt.

So fielen die Tore

  • 42. Minute, Dewsbury-Hall: Harrison Armstrong erobert vorne den Ball gegen Daniel Muñoz, der Mittelfeldspieler zieht vor Chris Richards nach innen und trifft in den Winkel
  • 53. Minute, Barry: Hayden Hackney führt den Freistoß kurz und schnell aus, Ndiaye flankt maßgenau, Kopfball
  • Gelbe Karte: Kamada (Palace) in der 30.
  • xG: Palace 2,04 - Everton 1,16

Hinter dem 1:0 steckt ein wenig bekannter Name. Harrison Armstrong, 19 Jahre alt, presste hoch und nahm Muñoz den Ball ab, um die Szene einzuleiten. Es war seine erste Torbeteiligung in der Premier League im 17. Spiel, sieben davon von Beginn an.

Das 2:0 war reines Handwerk: Statt zu warten, bis die Mauer steht, führte Hackney den Freistoß kurz aus, und zwei Sekunden später lag der Ball im Strafraum. Für Barry war es der neunte Treffer im Wettbewerb, sechs davon zu Hause.

Das traurige Bild des Nachmittags

Bei einem Klärungsversuch nach einer Flanke von Mykolenko verdrehte sich Chadi Riad das linke Knie und blieb liegen. Er wurde auf der Trage vom Platz gebracht, weinend, das Trikot über dem Kopf, begleitet vom Applaus des gesamten Stadions. Takehiro Tomiyasu übernahm in der 72. Minute seinen Platz.

Der Schlag schmerzt doppelt, weil der Verteidiger seit seinem Wechsel zum Klub bereits rund 430 Tage verletzungsbedingt gefehlt hat. Eine offizielle Diagnose gibt es bislang nicht: nur das, was auf dem Rasen zu sehen war.

Sage, ein Trainer mit frischem Lebenslauf

Palace stellte Pierre Sage, 47 Jahre alt, am 15. Juni 2026 mit einem Vertrag über drei Spielzeiten vor. Er kam mit dem Rückenwind einer außergewöhnlichen Saison in Lens: Trainer des Jahres der Ligue 1, der erste französische Pokalsieg der Klubgeschichte und die Qualifikation für die Champions League. Zuvor hatte er zwischen Januar 2024 und Januar 2025 Olympique Lyon betreut.

Ein Wert zur Einordnung dieser Niederlage: Palace hatte in der Premier League 16 Trainer, und nur zwei gewannen ihr Auftaktspiel, Alan Pardew 2015 und Oliver Glasner 2024. Sage schaffte es nicht auf diese Liste, hinterließ aber den Eindruck, dass sein Team in der ersten Halbzeit verstanden hatte, was er verlangt.

Er selbst formulierte es so: In der ersten Halbzeit hätten sie gespielt, wie sie es sich vorgenommen hatten, in der zweiten aber den Gegner treffen lassen, und im eigenen Spiel müssten sie schneller werden.

Moyes: Das erste Tor hat uns Sicherheit gegeben

Der schottische Trainer, seit Januar 2025 in seiner zweiten Amtszeit beim Klub, hob genau das hervor: Nach dem ersten Tor sei die Mannschaft ruhiger geworden, von da an habe man das Spiel gut gesteuert und Palace wirklich gut in Schach gehalten.

Für seine beiden jungen Mittelfeldspieler hatte er konkretes Lob übrig. Sie hätten es großartig gemacht, er sei sehr zufrieden, und Harrison erarbeite sich gerade seinen Platz in der Mannschaft. Das ist kein Nebensatz: Moyes hat in diesem Sommer deutlich gemacht, dass er sich mehr Verstärkungen gewünscht hätte, vor allem in der Offensive, wo Barry und Beto vergangene Saison zusammen nur 18 Tore erzielten.

Zwei Kader, zwei Richtungen

Everton verpflichtete drei Spieler fest: Hayden Hackney von Middlesbrough für zunächst 16,5 Millionen Pfund, die auf rund 25 steigen können, als Spieler des Jahres der Championship; Tyrique George vom FC Chelsea für mehr als 20 Millionen; und Merlin Röhl, dessen Leihe in einen Kauf umgewandelt wurde und der die Problemzone auf der rechten Außenbahn besetzte.

Palace ging den umgekehrten Weg. Maxence Lacroix wechselte für rund 51 Millionen Pfund und einen Sechsjahresvertrag zu Chelsea, im Januar 2026 war Marc Guehi für zunächst 20 Millionen zu Manchester City gegangen. Jaydee Canvot, im September 2025 als Langfristprojekt aus Toulouse gekommen, muss seine Entwicklung nun beschleunigen. Sage hatte vor dem Auftakt angekündigt, er erwarte noch ein oder zwei Neuzugänge.

Ein Name fehlt noch, der gar nicht spielte: Ismaïla Sarr blieb inmitten von Transfergerüchten um Galatasaray außen vor.

Das Stadion und der Rahmen

Das Hill Dickinson am Bramley-Moore Dock fasst 52.888 Zuschauer und ist längst keine Neuheit mehr: Der erste Pflichtspieleinsatz war im Februar 2025, die vergangene Spielzeit die erste komplette. Everton wurde mit 49 Punkten 13. und gewann nur sechs von 19 Heimspielen; Europa blieb außer Reichweite, weil aus den letzten 21 Punkten nur drei geholt wurden.

Palace wiederum wurde 15. und bestreitet in dieser Saison erstmals eine Europa-League-Kampagne, ein Programm, das deutlich mehr fordern wird, als die Tabellenposition des Vorjahres vermuten lässt.

Es gab auch eine Randnotiz: Premierminister Andy Burnham verfolgte die Partie als Everton-Dauerkartenbesitzer, bei seinem ersten Besuch im Stadion als Regierungschef, in Begleitung seiner Frau Marie-France van Heel und seiner Tochter Rosie.

"Palace spielte besser, schoss öfter aufs Tor und verlor 2:0. Die Premier League begann mit der Erinnerung daran, dass erwartete Tore in der Tabelle nicht gezählt werden."

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