Ligue 1 2026-27: PSG startet nach dem Lens-Warnschuss
Die Ligue 1 2026-27 nimmt an diesem Freitag, den 21., mit Marseille – Straßburg im Vélodrome Fahrt auf und endet am Sonntagabend, wenn PSG im Prinzenpark Rennes empfängt. Der Sieger der letzten beiden Champions-League-Ausgaben hat die Liga seit fünf Jahren fest in der Tasche, geht aber mit einer frischen Warnung in die Saison: Am vergangenen Sonntag verlor er den französischen Supercup gegen Lens.
Die Trophée des Champions blieb in Bollaert
Die französische Saison hat ihren ersten Titel – und der ging nicht nach Paris. Am Sonntag, den 16., gewann Lens vor 38.223 Zuschauern in einem brodelnden Bollaert-Delelis die Trophée des Champions mit 1:0, durch einen Treffer von Florian Thauvin in der 32. Minute, ein Schuss, der Matvey Safonov bezwang. Und das gegen den Strom: Kyllian Antonio sah in der 39. Minute nach einem harten Einsteigen gegen Maghnes Akliouche Rot, und Lens verteidigte die Führung mehr als fünfzig Minuten lang zu zehnt.
Das PSG von Luis Enrique versuchte es bis zum Schluss – Fabián Ruiz wurde ein Tor wegen einer Millimeter-Abseitsstellung aberkannt, Nuno Mendes flog in der 87. Minute vom Platz –, doch die Trophäe blieb im Norden. Es ist die erste Trophée des Champions der Geschichte von Lens, das als Sieger der Coupe de France antrat – der ersten der Vereinsgeschichte, im Mai mit 3:1 gegen Nizza gewonnen. Auf der Tribüne ein Edelzuschauer: Zinédine Zidane, Frankreichs frischgebackener Nationaltrainer.
Was die Vorsaison hinterließ
PSG gewann die Liga 2025-26 mit 76 Punkten – der fünfte Titel in Serie – vor Lens mit 70, Lille mit 61, Lyon mit 60 und Marseille mit 59. In die Champions League zogen PSG, Lens und Lille ein; Lyon rutschte in die Qualifikationsrunde, OM in die Europa League. Abgestiegen sind Nantes, nach dreizehn Jahren am Stück im Oberhaus, und Metz; hoch kommen Troyes und ein zurückkehrender Traditionsklub: Le Mans, sechzehn Jahre danach. Die Liga behält ihr Format mit 18 Teams.
Der 1. Spieltag im Überblick
- Freitag, 21. August (20:45 Uhr): Marseille – Straßburg
- Samstag, 22. August (17:15 Uhr): Lens – Auxerre
- Samstag, 22. August (20:45 Uhr): Nizza – Lorient, Le Mans – Brest, Toulouse – Lyon und Troyes – Paris FC
- Sonntag, 23. August: Angers – Lille (15:00 Uhr), Le Havre – Monaco (17:15 Uhr) und PSG – Rennes (20:45 Uhr)
Der komplette Spieltag läuft auf Ligue 1+, der Plattform der Liga selbst. Der Auftritt des Meisters am Sonntagabend ist zugleich ein Wiedersehen: Rennes wurde in der Vorsaison Sechster und qualifizierte sich für die Conference League.
Der Pariser Markt: neue Gesichter und ein Rekordverkauf
PSG hat den Markt in beide Richtungen bewegt. Es kamen Ferran Torres vom FC Barcelona – offiziell seit dem 15. August, fünf Spielzeiten, rund 45 Millionen Euro –, Maghnes Akliouche für rund 50 Millionen aus Monaco, der in der Trophée bereits debütierte, und Lucas Digne. Und Gonçalo Ramos ging für 74 Millionen fix, mit Boni in Richtung der 90, zu Milan – der größte Verkauf der Klubgeschichte: Er verabschiedet sich mit 45 Toren in 131 Spielen und zwei Champions-League-Titeln im Gepäck. Das Fragezeichen bleibt Bradley Barcola: Liverpool macht Druck, doch die Meldungen zu seiner Zukunft widersprechen sich – Stand 19. August gibt es keine Einigung.
Der Rest des französischen Marktes
Der lauteste Abgang außerhalb von Paris war der von Mason Greenwood: Marseille verkaufte ihn nach zwei Spielzeiten und 48 Toren für 39 Millionen an Fenerbahçe. Auch Monaco machte Kasse: Aladji Bamba ging für 35,5 Millionen zum türkischen Klub, dazu kam der Abschied von Akliouche. Im Kapitel der Zugänge mit Geschichte unterschrieb Axel Witsel mit 37 Jahren in Nizza, und Lyon verkaufte Afonso Moreira für 28 Millionen an Leverkusen.
Lyon spielt nächste Woche um die Champions League
Während die Liga anläuft, hat Lyon ein anderes Endspiel im Kopf. Im Hinspiel der Champions-League-Playoffs, gestern Abend in Istanbul, gab es ein 1:1 gegen Fenerbahçe: Loïs Openda brachte die Franzosen in Führung, ausgerechnet Greenwood glich kurz nach der Pause aus. Das Rückspiel steigt am Mittwoch, den 26., in Décines – mit der Ligaphase und ihrer fixen Prämie von 18,62 Millionen als Einsatz. Der vierte Platz in Frankreich berechtigt nicht mehr zur direkten Teilnahme.
Ein Land mit neuem Nationaltrainer
Die Kulisse des Auftakts ist der Epochenwechsel bei der Équipe Tricolore: Zinédine Zidane wurde am 28. Juli zum 18. Nationaltrainer Frankreichs ernannt, mit Vierjahresvertrag, nach dem vierten Platz bei der WM und dem Abschied von Didier Deschamps. Sein Debüt gibt er in der Nations League im September – und sein Besuch in Bollaert am 16. wurde in Frankreich als Ansage gelesen: Der neue Coach will die Ligue 1 aus nächster Nähe verfolgen.
Der Favorit? Natürlich PSG, Sieger von allem, was es in zwei Jahren zu gewinnen gab. Doch Thauvins Lens hat gerade in 90 Minuten gezeigt, dass es in dieser Saison jede Nachlässigkeit bestrafen will – und dahinter lauern ein stabiles Lille, ein Lyon mit europäischem Druck und ein Marseille mitten im Umbruch. Selten wurde ein fünfter Titel in Serie an so vielen offenen Fronten verteidigt.
"Ein gewarnter Meister, ein Lens mit seinem ersten August-Titel in der Vitrine und ein Lyon, das in Décines um 18 Millionen spielt: Die Ligue 1 ist zurück – mit mehr Argumenten denn je."
