WSL 2026/27: vierzehn Klubs und eine neue Machtordnung
Die Women's Super League kehrt am 4. September zurück, und sie tut es größer als je zuvor. Vierzehn Mannschaften statt zwölf, drei frisch aufgestiegene Klubs, nach sechs Jahren Chelsea-Dominanz eine andere Meisterin und ein Sommermarkt, der den halben Kader des FC Barcelona nach England gebracht hat. Weniger als einen Monat vor dem Anpfiff kommt die englische Liga mit erledigten Hausaufgaben und einem längst fixierten Spielplan daher. Das hier ist der Stand der bestätigten Fakten, ohne Gerüchte und ohne Spekulation.
Termine, Format und die vierzehn Klubs der neuen WSL
Die Saison 2026-27 beginnt am Freitag, dem 4. September 2026, und endet am 23. Mai 2027. Das Eröffnungsspiel bestreiten die London City Lionesses gegen Manchester United, und am Sonntag, dem 6., folgen fünf weitere Begegnungen, darunter der Auftakt der Meisterinnen von Manchester City gegen Birmingham City. Der letzte Spieltag ist für das Wochenende des 22. und 23. Mai angesetzt, und das Play-off um den letzten Platz in der Liga wird am 29. und 30. Mai ausgetragen.
- Vierzehn Mannschaften, zwei mehr als 2025-26, nach der von den Klubs der beiden obersten Spielklassen beschlossenen Aufstockung
- Start am Freitag, dem 4. September; letzter Spieltag am Wochenende des 22. und 23. Mai 2027
- Die London City Lionesses eröffnen die Saison zu Hause gegen Manchester United
- Der Tabellenletzte steigt direkt ab, der Meister der WSL2 steigt direkt auf
- Der Dreizehnte spielt gegen den Zweiten der WSL2 am 29. und 30. Mai ein Relegations-Play-off
- Das Transferfenster im englischen Frauenfußball schließt am Donnerstag, dem 3. September, um 23:00 Uhr
Die vierzehn Klubs sind Arsenal, Aston Villa, Birmingham City, Brighton and Hove Albion, Charlton Athletic, Chelsea, Crystal Palace, Everton, Liverpool, London City Lionesses, Manchester City, Manchester United, Tottenham Hotspur und West Ham United. Zum ersten Mal versammelt die höchste englische Frauenspielklasse so viele Teams, und die Aufstockung kam nicht allein: Die Klubs stimmten zugleich dafür, die Mindeststandards anzuheben, die ein Verein für die Teilnahme an der Elite erfüllen muss.
Aufsteiger, Absteiger und das Jahr, in dem Chelsea stürzte
Birmingham City und Crystal Palace stiegen als Erster und Zweiter der WSL2 direkt auf. Der dritte Platz wurde in einem Play-off vergeben: Charlton Athletic setzte sich im Elfmeterschießen gegen Leicester City durch, das Schlusslicht der ersten Liga, und schickte es damit gleich eine Etage tiefer. Mit drei neuen Namen und nur einem Abgang wuchs die Liga von zwölf auf vierzehn Teams, ohne Übergangssaison und ohne die Abstiegsregel auszusetzen.
An der Spitze lieferte die vergangene Spielzeit eine gewaltige Schlagzeile. Manchester City wurde mit 55 Punkten Meister und beendete eine Serie von sechs Chelsea-Titeln in Folge; es war der erste Ligatitel des Klubs seit einem Jahrzehnt. In Europa dagegen blieb die Macht auf dem Kontinent: Barcelona gewann am 23. Mai in Oslo die Women's Champions League mit einem 4:0 gegen OL Lyonnes. Dieser Kontrast erklärt einen guten Teil dessen, was auf dem Transfermarkt danach passiert ist.
Der Markt: Putellas landet in London
Den Transfer des Sommers hat kein historischer Großklub getätigt. Die London City Lionesses, im Besitz von Michele Kang und der einzige WSL-Klub ohne angeschlossene Männermannschaft, verpflichteten Alexia Putellas ablösefrei mit einem Dreijahresvertrag, nach vierzehn Spielzeiten beim FC Barcelona. Und es blieb kein Einzelfall: Der Londoner Klub hat innerhalb weniger Wochen einen Kader voller Nationalspielerinnen zusammengestellt, für einen Neuling vor kaum zwei Jahren noch undenkbar.
- Alexia Putellas: von Barcelona zu den London City Lionesses, ablösefrei und mit Dreijahresvertrag
- Mapi León: ebenfalls von Barcelona zu London City, ohne Ablösesumme
- Mary Earps: von Paris Saint-Germain zu den London City Lionesses
- Kadidiatou Diani: von Lyon zu London City für rund eine halbe Million Pfund
- Ona Batlle: von Barcelona zu Arsenal, ablösefrei, mit Vierjahresvertrag und Option auf ein weiteres Jahr
- Georgia Stanway: von Bayern München zu Arsenal, ebenfalls ohne Ablöse
Das Muster wiederholt sich so oft, dass daraus ein Trend geworden ist: Europameister Barcelona hat Putellas, Mapi León, Ona Batlle und Giulia Dragoni verloren, und alle vier sind bei englischen Klubs gelandet. Nur bei Dragoni, die zu Chelsea wechselte, floss überhaupt eine Ablöse, und selbst die war überschaubar. Die WSL kauft keine Spielerinnen mehr: Sie überzeugt sie mit Gehalt und Projekt, also genau mit dem, was die großen kontinentalen Ligen vor fünf Spielzeiten getan haben.
Arsenal lädt nach, Chelsea antwortet, United startet neu
Arsenal war der aktivste Klub des Sommers. Innerhalb von nur acht Tagen verkündete der Verein vier Zugänge und verpflichtete am Ende Ona Batlle, Georgia Stanway, Géraldine Reuteler, Selina Cerci und Lisa Baum. Zugleich hat Arsenal Substanz verloren: Katie McCabe ging nach Vertragsende ablösefrei zu Chelsea, und Beth Mead unterschrieb für drei Spielzeiten bei Manchester City. Das ist keine Kaderkosmetik, sondern ein Umbau mit klarer Ansage, gerichtet auf einen Meistertitel, der dem Klub seit Jahren verwehrt bleibt.
Chelsea antwortete mit McCabe, der Italienerin Giulia Dragoni, der Französin Melvine Malard und der Japanerin Manaka Matsukubo. Manchester City holte Mead und Niamh Charles und sah Torhüterin Khiara Keating ablösefrei nach Liverpool ziehen. Und Manchester United hat die Epoche gewechselt: Marc Skinner und der Klub gingen nach fünf Spielzeiten im gegenseitigen Einvernehmen auseinander, und am 5. August kam Eva Olid, die zuvor Hearts den ersten schottischen Meistertitel der Vereinsgeschichte beschert hatte, mit einem zunächst auf zwei Jahre datierten Vertrag samt Option auf ein drittes.
Fernsehen, Publikum und Geld: eine Liga wird professionell
Im Fernsehen macht sich die Aufstockung sofort bemerkbar. Sky Sports überträgt 163 WSL-Spiele, fünfundvierzig mehr als in der Vorsaison, davon 108 exklusiv und mit 77 Prozent der Erstzugriffe; insgesamt rund neunzig Prozent der Meisterschaft. Dazu kommen neue feste Anstoßzeiten: freitags um 19:00 Uhr, samstags um 12:45 Uhr sowie sonntags um 12:00 und um 18:00 Uhr. Grundlage von allem ist der über fünf Spielzeiten laufende Vertrag mit Sky und der BBC über 65 Millionen Pfund, sechzig Prozent mehr als der vorherige Kontrakt.
Abseits der Kameras reicht der Wandel noch tiefer. WSL Football verwaltet beide Spielklassen seit 2024, die WSL2 ist inzwischen vollständig professionell und ihre Spielerinnen können der Gewerkschaft PFA beitreten, womit England das einzige Land mit zwei professionellen Frauenligen ist. Auf den Rängen lag der Schnitt der vergangenen Saison bei über 6.800 Zuschauern gegenüber 6.662 im Jahr zuvor, wobei Arsenal der absolute Motor war: knapp 41 Prozent des gesamten Ligapublikums, ein Schnitt von rund 34.000 im Emirates und ein Höchstwert von 56.537 gegen Chelsea. Auch 2026-27 trägt der Klub sämtliche Ligaspiele im Emirates aus.
Wie sich die kommende Saison lesen lässt
Vor diesem Hintergrund lässt sich die Spielzeit auf drei Ebenen lesen. Ganz oben: ob City bestätigt, dass der Mai kein Ausrutscher war, oder ob ein mit fünf neuen Gesichtern aufgerüstetes Arsenal sich die Liga zurückholt. In der Mitte: was London City mit einem gerade erst zusammengekauften Meisterkader anstellt, ohne die Wucht und die kommerzielle Kraft eines Traditionsklubs. Und unten: vierzehn Teams, drei davon frisch aufgestiegen, nur ein direkter Abstiegsplatz und ein Dreizehnter, der Ende Mai um sein Leben spielen muss. So viele Geschichten gleichzeitig gab es hier noch nie.
"Vierzehn Klubs, 163 Spiele bei Sky und eine neue Meisterin: Noch nie hat die WSL eine Saison mit so vielen offenen Türen begonnen."
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