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Serie A 2026-27: Das offenste Titelrennen seit Jahren

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Die Serie A 2026-27 setzt sich an diesem Samstag, den 22. August, wieder in Bewegung: Inter, Meister und Autor des Doubles, zieht im San Siro gegen Monza den Vorhang zur neuen Saison auf. Der erste Spieltag verteilt sich zwischen Samstag und Montag – und er trägt ein Etikett, das die Buchmacher seit Wochen unermüdlich wiederholen: das offenste Rennen um den Scudetto seit einem Jahrzehnt, mit vier echten Titelanwärtern und drei großen Trainerbänken, die in diesem Sommer frisch besetzt wurden.

Wie im Rest Europas beginnt der italienische Kalender spät – geschuldet der WM, die erst am 19. Juli zu Ende ging. Und er startet bei noch geöffnetem Transferfenster: In Italien darf bis Dienstag, den 1. September, um 20:00 Uhr eingekauft werden, sodass sich mehr als ein Kader nach dem ersten Spieltag noch spürbar verändern dürfte.

Inters Double und eine Tabelle, die die Großen bestrafte

Das Inter von Cristian Chivu geht als amtierender Meister und nach einer rundum gelungenen Saison in die neue Spielzeit: 87 Punkte, der 21. Scudetto der Vereinsgeschichte und dazu die zehnte Coppa Italia, im Mai mit 2:0 im Endspiel gegen Lazio gewonnen – das erste Double der Nerazzurri seit 2010. Dahinter landeten Napoli mit 76 Punkten und die Roma mit 73, dazu kam die große Geschichte des Jahres: Como, Vierter mit 71 Zählern und damit erstmals in der Klubgeschichte für die Champions League qualifiziert.

Die Kehrseite der Medaille lieferten die Giganten: Milan, Fünfter mit 70 Punkten, und Juventus, Sechster mit 69, verpassten die Champions League erst am letzten Spieltag – ausgebremst ausgerechnet von Cagliari und Torino. Den Gang in die Serie B mussten Cremonese, Hellas Verona und Pisa antreten.

Das Trainerkarussell des Sommers

Hinter den Kulissen war in diesem Sommer mindestens so viel los wie auf dem Rasen. Milan trennte sich wegen der verpassten Champions League von Massimiliano Allegri und verpflichtete Rúben Amorim, den früheren Coach von Manchester United, mit einem Vertrag bis 2029. Allegri wiederum blieb keinen Monat ohne Anstellung: Bereits am 3. Juli unterschrieb er bei Napoli, wo zuvor Antonio Conte nach zwei Jahren gegangen war. Lazio setzte auf Gennaro Gattuso, der kurz zuvor als italienischer Nationaltrainer aufgehört hatte, und Maurizio Sarri zog weiter zu Atalanta. Luciano Spalletti bleibt derweil bei Juventus im Amt, Gian Piero Gasperini bei der Roma.

Der 1. Spieltag im Überblick

  • Samstag, 22. August: Inter – Monza und Udinese – Como (18:30 Uhr), Genoa – Napoli und Parma – Cagliari (20:45 Uhr)
  • Sonntag, 23. August: Frosinone – Juventus und Venezia – Lecce (18:30 Uhr), Atalanta – Sassuolo und Torino – Milan (20:45 Uhr)
  • Montag, 24. August: Bologna – Lazio (18:30 Uhr), Roma – Fiorentina (20:45 Uhr)

Der Spielplan kennt dabei keine Gnade: Schon der dritte Spieltag bringt ein Inter–Napoli und ein Juventus–Milan, und das erste Mailänder Derby steigt bereits am zehnten Spieltag Anfang November. Wer im August stolpert, wird früh dafür bezahlen.

Italiens Markt: ein Rekord und eine Abfuhr

Den Transfer des Sommers landete Milan: Gonçalo Ramos kam vom PSG, für rund 74 Millionen Euro Fixablöse, die mit Boni auf über 80 Millionen steigen kann – der teuerste Einkauf der Klubgeschichte und zugleich der erste Wunschspieler von Amorim. Inter antwortete mit Cleverness statt Scheckbuch: John Stones unterschrieb mit 32 Jahren ablösefrei, nachdem sein Vertrag bei Manchester City ausgelaufen war – sein erstes Abenteuer außerhalb Englands. Auch der größte Verkauf war ein italienischer: Chelsea überwies 57 Millionen an Atalanta für Marco Palestra.

In der vergangenen Woche kam noch einmal Bewegung hinein: Juventus machte Jhon Lucumí für rund 20 Millionen fest, Napoli reagierte auf die schwere Knieverletzung von Buongiorno mit der Leihe von Benoît Badiashile vom FC Chelsea, Davide Frattesi wechselte von Inter zu Lazio, und Nahuel Molina schloss sich der Roma an. Dazu kam eine Abfuhr, die in Mailand richtig schmerzte: Cristian Romero, den Inter nach einer mündlichen Einigung mit Tottenham über rund 40 Millionen längst auf der Zielgeraden wähnte, unterschrieb am 15. August stattdessen bei Atlético Madrid.

Drei hungrige Aufsteiger

Hoch kommen Venezia als Meister der Serie B, Frosinone als Tabellenzweiter und Monza, das nach dem Sieg im Playoff nur ein Jahr nach dem Abstieg ins Oberhaus zurückkehrt. Venezia steht obendrein bereits mitten im Wettbewerb: In der Coppa Italia zog das Team mit einer Aufholjagd mitten im Ferragosto in die nächste Runde ein.

Die Coppa rollt schon, die Supercoppa ändert ihr Format

Die Coppa Italia 2026-27 ist bereits in diesem Monat angelaufen: Die Vorrunde stieg am 9. August, das Zweiunddreißigstelfinale wurde zwischen dem 13. und dem 17. ausgetragen – mit Venezia, Torino, Udinese und Südtirol unter den Weitergekommenen. Die Supercoppa wiederum verabschiedet sich vom Final-Four-Format und kehrt zum einzelnen Endspiel zurück: Inter gegen Lazio, am 22. oder 23. Dezember, an einem noch zu bestätigenden Spielort. Weil Inter das Double gewann, ging der Platz des Pokalsiegers an den Finalisten über.

Wer als Favorit startet

Die Buchmacher notieren Inter bei etwa 2:1 und damit praktisch auf Augenhöhe, mit Napoli, Juventus und Milan dicht im Nacken. Keine andere große Liga Europas präsentiert vier derart eng beieinanderliegende Kandidaten – und genau das erklärt die Nervosität dieses Transferfensters: Jede Verstärkung von jetzt bis zum 1. September kann die Waage zum Kippen bringen.

"Ein Meister mit einem jungen Trainer, zwei bei der Konkurrenz neu gestartete Übungsleiter und vier Teams dicht an dicht: Die Serie A meldet sich zurück – mit dem echten Titelkampf, den sie seit Jahren versprochen hatte."

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